Mobilitätsstrategie St.Galler Rheintal

Mit der Mobilitätsstrategie haben die Verantwortlichen des Vereins St.Galler Rheintal 2016/17 ein wichtiges Planungsinstrument für die zukünftige räumliche und verkehrliche Entwicklung der Region geschaffen. Sie dient als eine der zentralen Grundlagen für die Erarbeitung des grenzüberschreitenden Agglomerationsprogrammes Rheintal.

Die Arbeiten für die Mobilitätsstrategie St.Galler Rheintal starteten 2016. Ziel war es, die zentralen Problemstellungen im Verkehrsbereich zu identifizieren und zukunftsfähige Lösungsansätze aufzuzeigen. Dabei lag der Fokus zuerst bewusst auf der Schweizer Seite des Rheintals. Das Zusammenführen und Weiterentwickeln zusammen mit den Vorarlberger Gemeinden findet ab 2018 im Rahmen der verkehrlichen Vertiefungsstudien des grenzüberschreitenden Agglomerationsprogramms statt.

Handlungsspielräume schaffen
Auf beiden Seiten des Rheins sind ein Wachstum der Siedlungsgebiete und eine immer intensivere Nutzung unseres Lebensraums festzustellen. Dies führt zu kontinuierlich wachsendem Verkehr auf unseren Strassen und Verkehrsüberbelastungen auf einzelnen Strassenabschnitten. Zu beobachten ist dies vor allem auf den grenzüberschreitenden Achsen und bei den Verkehrsknoten im Mittelrheintal. Mit der Mobilitätsstrategie liegen nun konzeptionelle Ansätze vor, um diesen Problemen zu begegnen. Diese zielen darauf ab, die durch die Ortszentren führenden Hauptstrassen als Lebensadern aufzuwerten. Dem Öffentlichen Verkehr (ÖV) und dem Fuss- und Veloverkehr soll auf diesen Achsen mehr Raum gegeben werden. Um dies zu erreichen, braucht es neue Strasseninfrastrukturen, die eine direktere Anbindung der Arbeitsplatzgebiete und Siedlungsschwerpunkte an die Autobahn ermöglichen. Die Autobahn soll verstärkt zur Entlastung der Hauptstrasse für den Binnenverkehr genutzt werden. Zu den dringenden Infrastrukturausbauten gehören leistungsfähige Verbindungen zwischen den beiden parallel durch das Tal verlaufenden Autobahnen und zusätzliche Entlastungsstrassen. Zudem sollen die Grenzübergänge und Autobahnanschlussbereiche optimiert und entflochten werden. Auf diese Weise werden die notwendigen Freiräume geschaffen für den Ausbau des öffentlichen Busverkehrs und des Fuss- und Veloverkehrs, abgestimmt auf ein gutes und in Zukunft noch auszubauendes Bahnangebot als Rückgrat des öffentlichen Verkehrs.

ÖV und Langsamverkehr ausbauen
Das sogenannte H-Konzept definiert den öffentlichen Verkehr der Zukunft. Es sieht im Wesentlichen umsteigefreie Bus-Verbindungen von St. Margrethen nach Götzis und von Altstätten nach Dornbirn über den Knoten Heerbrugg vor. Die Umsetzung des H-Konzepts setzt voraus, dass die künftigen ÖV-Achsen deutlich vom Verkehr entlastet werden. In einem ersten Schritt gilt es jedoch, drängende Fragen zu einem grenzüberschreitenden Tarifverbund bzw. zur Tarifstruktur zu klären, bevor konkretere Überlegungen hinsichtlich neuer Linien gemacht werden.

Das bereits sehr feinmaschige und attraktive Netz für den Fuss- und Veloverkehr weist noch wesentliches Potenzial auf, um zumindest einen Anteil des erwarteten Verkehrswachstums auffangen zu können. Dazu ist insbesondere die Alltagstauglichkeit der Radrouten mit ausgebauten und neuen Verbindungen, auch grenzüberschreitenden, kontinuierlich zu verbessern.

Verbindlichkeit und weitere Schritte
Neben Hauptzielen, der Gesamtvision und den Grundsätzen wurden Teilstrategien für den Raum, den motorisierten Individualverkehr, den ÖV, den Fuss- und Veloverkehr sowie das Mobilitätsmanagement entwickelt und in zahlreichen Schlüssel- und Detailmassnahmen ausformuliert. Diese wurden den Gemeinden zur Stellungnahme unterbreitet. Aufgrund der Rückmeldungen stellten die Verantwortlichen fest, dass in verschiedenen Themen noch Vertiefungsbedarf besteht, bevor Entscheide getroffen werden können. Die erforderlichen Arbeiten starten 2018 unter der Federführung des Vereins Agglomeration Rheintal.