KulturPreis - Goldiga Törgga

Die Rheintaler Kulturstiftung zeichnete dieses Jahr die Clownin, Schauspielerin und Autorin Gardi Hutter mit dem "Goldiga Törgga" aus. Die öffentliche Preisverleihung fand am 5. November 2020 aufgrund von Covid-19 in kleinem Rahmen im Kinotheater Madlen in Heerbrugg statt. Fürs „grosse Publikum“ wurde die Preisverleihung mit Live-Stream auf Youtube oder Facebook übertragen. Der Preis wurde von der Präsidentin der Rheintaler Kulturstiftung, Christa Köppel, persönlich übergeben. Die Laudatio hielt Monika Schärer, Radio- und Fernsehmoderatorin aus Zürich. Musikalisch wurde der Abend vom Nicole Durrer-Quartett umrahmt.

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Gardi's "Hanna" als Symbolfigur
Christa Köppel, Präsidentin der Rheintaler Kulturstiftung, betonte in ihrer Einleitung, dass sie sehr glücklich sei, trotz der besonderen Umstände die Preisverleihung durchführen zu können. «Die Kunstfigur der «tapferen Hanna» von Gardi Hutter ist in dieser von Corona geprägten Zeit absolut stimmig. Denn die Clownin Hanna kämpft und kämpft und wird nie zum Opfer. Sie kann uns Vorbild sein.», zog die Präsidentin der Rheintaler Kulturstiftung eine Parallele zur momentanen Situation. Zu Beginn und zum Abschluss des Abends zeigte das Nicole Durrer Quartett sein Können. Sängerin Nicole Durrer, Gitarrist Adrian Egli, Bassist Sandro Heule und Schlagzeuger Carlo Lorenzi verzauberten mit ihrem stimmgewaltigen Gesang und ihrer faszinierenden Musik das Publikum im Kinotheater Madlen.

"Gardi, du bist die Grösste"
So eröffnete Monika Schärer, die bekannte Fernsehfrau, ihre Laudatio. Die Grösste sei Gardi Hutter - trotz ihrer geringen Körpergrösse - in der Kleinkunst, sie sei ein absoluter Vollprofi. Eine Frau, die laut Monika Schärer (noch) mehr Anerkennung verdient habe. Sie beschrieb die Liebe zur Perfektion von Gardi Hutter und erläuterte dies mit folgender Episode. «Vor der etwa 1´678-en Vorstellung von Gardi Hutter an einem Festival in Lugano konnte ich sie am Nachmittag unbemerkt beobachten. Sie bereitete ihren Auftritt vor und zupfte eine Stunde lang akribisch an einem auf der Bühne liegenden Kleiderhaufen herum. Einen Stoffzipfel da oder dort genau drapierte. Da sah man, welche Liebe zum Detail Gardi Hutter hat.» Sie hinterfrage zugleich immer ihre Figuren und suche unermüdlich nach dem philosophischen Kern in ihrer Kunst. In einem Video interviewte Monika Schärer Freundinnen und gute Bekannte von Gardi. Dabei stellten Benita Cantieni, Dominik Flaschka und Sandra Studer fest, wie vielseitig und facettenreich die Künstlerin auch als Mensch sei. Einerseits sehr neugierig und innovativ andererseits sehr strukturiert und diszipliniert.

Grosser Leistungsausweis
Neun Theaterstücke, drei Musicals, eine Zirkusnummer und über 3700 Vorstellungen in 35 Ländern: Das ist Gardi Hutters Bilanz ihres 40-jährigen Bühnenschaffens. Hutters vitale Bühnenpräsenz und die Fülle von Ideen und Kreationen sind die Basis für ihre einzigartige, fantasievolle Schweizer Profi-Kleinkunst mit internationaler Ausstrahlung. Bezugnehmend auf den "Törgga" verwies Gardi Hutter in ihrer Dankesrede darauf, dass ihre Familie eine richtige «Mais-Connection» darstelle. Sie selbst sei im Rheintal mit Ribel aufgewachsen, ihr italienischer Mann von der Herkunft her ein «Polentari» und ihre Schwiegertocher stamme aus Mexiko.


Publikum mit Livestreaming erreicht
Trotz Maskenpflicht, nur wenigen Gästen und dem Verzicht auf ein gemeinsames Anstossen auf die Preisträgerin ist es der Rheintaler Kulturstiftung gelungen, den neunten Rheintaler Kulturpreis in einem feierlichen Rahmen öffentlich zu verleihen. Die Stiftung hat keinen Aufwand gescheut und den Event mittels Livestreaming einem grösseren Publikum zugänglich gemacht. Wer online dabei war, erlebte eine professionelle und trotzdem sehr herzliche und persönliche Preisverleihung.