Für die Expo 2027 geworben

Drei Landschaften, zwei Welten, ein Abenteuer. So soll die Expo 2027 konzipiert werden. Am 5. Juni entscheidet das Volk über den Planungskredit. Mit diesem sollen das Konzept vertieft und die finanziellen Rahmenbedingungen geklärt werden.

RALPH DIETSCHE

HEERBRUGG. Noch scheint die Expo 2027 die Massen nicht zu bewegen. Lediglich knapp zwei Dutzend Interessierte nutzten die Chance, sich aus erster Hand über die Vision der Landesausstellung in der Ostschweiz zu informieren. Eingeladen zur Infoveranstaltung hatte der Verein «St. Galler Rheintal» zusammen mit dem Verein «Expo 2027 Bodensee Ostschweiz». In einer Präsentation erklärte Marco Saccetti, Leiter der interkantonalen Expo-Arbeitsgruppe und Generalsekretär des Departements Bau und Umwelt des Kantons Thurgau, weshalb die nächste Expo in der Region Bodensee-Ostschweiz stattfinden soll, welche Vorarbeiten bereits geleistet wurden, wie die Expo-Vision aussieht und welches die nächsten Schritte sind. «Am 5. Juni können die Stimmbürger der Kantone St. Gallen und Thurgau entscheiden, ob das Projekt weiter gehen soll», erklärt Saccetti.

Nachhaltigkeit ist wichtig
Dabei gehe es nicht darum, ob die Landesausstellung durchgeführt wird oder nicht, sondern was diese beinhalten soll, ob die Projekte technisch umsetzbar sind und wie gross die finanziellen Aufwände sind.

Erst in einem zweiten Schritt – voraussichtlich 2019 – sollen die Stimmbürger darüber abstimmen, ob die Expo 2027 tatsächlich in der Ostschweiz stattfinden soll. Bis dann soll es auf alle grossen Fragen wie Kosten, genaue Konzepte und Durchführungsorte Antworten geben.

Aus Sicht von Christina Schönenberger, Co-Präsidentin Verein Expo Bodensee Ostschweiz und Mitarbeiterin der SFS services AG, muss die Region die Chance nutzen und sich mit der Expo national und international präsentieren. «Nur so können wir junge Talente in die Ostschweiz locken und unsere Bekanntheit steigern», ist sie überzeugt.

Weiter erklärte sie, dass die insgesamt 9,5 Millionen Franken – wobei fünf Millionen vom Kanton St. Gallen beigesteuert werden sollen – nicht vernichtet, sondern investiert werden. Nationalrat und Gemeindepräsident Thomas Ammann sprach von einem noch verschwommenen Bild der Expo 2027: «Durch die Machbarkeitsstudie wird dieses Bild klarer. Deshalb müssen wir am 5. Juni ein Ja in die Urne legen.»

Bleibende Werte schaffen
Durch die Expo 2027 sollen in der Ostschweiz sowohl in der Seeregion, als auch in der Stadt und in den Bergen bleibende Werte geschaffen werden. Tourismus, Wirtschaft und Kultur sollen davon profitieren. Dies nicht zuletzt, weil sich die Expo in der Ostschweiz über die Kantone St. Gallen, Thurgau und das Appenzellerland erstrecken soll. Neu-Kantonsrat Alexander Bartl mutmasst sogar: «Vielleicht rücken dank der Expo die Ostschweizer Kantone sogar etwas zusammen.» Dabei bleibt er jedoch realistisch und denkt nicht bereits an einen Kanton Ostschweiz.

Sprachen sich für den Projektkredit aus: Marco Saccetti (v. l.), Alexander Bartl, Christina Schönenberger und Nationalrat Thomas Ammann. (Bild: radi)